Sand im Getriebe

DONNERSTAG, 1. November in der Schwankhalle.
Beginn um 19 Uhr.

Im Tagebau Hambach im Rheinland baut der Energiekonzern RWE seit über einhundert Jahren Braunkohle ab. Rund vierzig Millionen Tonnen holen die größten Bagger der Welt jedes Jahr aus der Erde. Zurück bleibt eine vierhundert Meter tiefe Grube. Das größte von Menschenhand gemachte Loch in Europa.

Die Bagger verschlingen Wiesen und Wälder – zweihundert Meter Landschaft verschwinden jedes Jahr in der Grube. Auch den Hambacher Forst wird es bald nicht mehr geben. Im Winter rückt RWE mit schwerem Gerät in den jahrhundertealten Wald ein. Baum für Baum. Meter um Meter wird der Wald kleiner.

Um das Abholzen zu verhindern, haben Umweltaktivisten den Hambacher Forst besetzt.
Doch der Grundbesitzer RWE will den Wald räumen lassen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit Polizei und RWE-Sicherheitsdienst.

Die jungen Umweltschützer leben in selbstgebauten Baumhäusern. Im Sommer wie Winter. Hazel ist seit 2013 dabei. Zwei Jahre lang haben wir sie mit unserer Kamera begleitet. In 22 Metern Höhe wohnt Hazel in der Krone einer dreihundert Jahre alten
Stiel-Eiche. Ihrem „Nest“. Doch wo heute noch ihr Baumhaus steht, soll schon in wenigen Jahren Braunkohle abgebaut werden.

31min. Dokumentarfilm von Florian Manz und Sebastian Heidelberger. 2018.