Auf nach Utopia!

Der Klimawandel bedroht das Leben auf unserem Planeten. Die nächste Wirtschaftskrise steht schon vor der Tür. Rassisten sind weltweit auf dem Vormarsch. In unseren Kinos, Medien und Köpfen herrscht Endzeitstimmung. Es ist dringend Zeit für Utopien. Darum präsentieren wir vom 4. bis 10. November 2019 in der Schwankhalle und im Kukoon: Filme und Menschen, die zeigen: Eine andere Welt ist möglich.

Die Woche

Die Woche:

Montag, 4. November

Gegen den Strom

18.30 Uhr / Schwankhalle

Spielfilm / Deutsche Fassung

Halla ist fünfzig und eine unabhängige Frau. Doch hinter der Fassade einer gemächlichen Routine führt sie ein Doppelleben als leidenschaftliche Umweltaktivistin. Bekannt unter dem Decknamen „Die Frau der Berge“ führt sie heimlich einen Ein-Frau-Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie. Mit ihren riskanten Aktionen gelingt es ihr, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem internationalen Investor zu stoppen. Doch dann bringt die Bewilligung eines fast schon in Vergessenheit geratenen Adoptionsantrags Hallas gradlinige Pläne aus dem Takt. Entschlossen plant sie ihre letzte und kühnste Aktion als Retterin des isländischen Hochlands.

 

 

Lesung mit Dietmar Dath

20.30 Uhr / Schwankhalle

Lesung

Dietmar Dath wird zur Eröffnung des Filmfestivals über Science Fiction und Utopien sprechen und aus seinem neuen Roman “Du bist mir gleich” lesen. Im Buch geht es um eine Zeitungsredakteurin, die viel von Mathematik versteht, an ihrer Umwelt verzweifelt. Zum Glück hat sie Messer und kann einige Tricks… seid gespannt auf sein neues Werk.

Dietmar Dath ist Journalist, Übersetzer und Autor. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Bücher und Essays zu wissenschaftlichen, ästhetischen und politischen Themen.

(Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung/Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0) 

 


Dienstag, 5. November

Girl Power

18.30 Uhr / Schwankhalle

Dokumentarfilm / Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Ein Film über Frauen in der Graffiti-Szene. 27 Frauen aus 15 verschiedenen Städten – darunter Prag, Sydney, Berlin und Barcelona – kommen zu Wort und räumen mit Vorurteilen auf. Ein Blick in den Mikrokosmos der Writer und Tagger. Eine von ihnen ist die Filmemacherin selbst: Die tschechische Malerin Sany. Sieben Jahre lang begleitete sie der Kameramann Jan Zajíček bei ihrer Reise rund um den Globus. Ihre Mission: Den ersten Film über weibliche Graffiti-Künstlerinnen zu machen.

 

 

Kapitalismus aufheben

20.30 Uhr / Kukoon

Lesung

Der Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft scheint verstellt. Vorstellungen von Reform und Revolution und die hoffnungsvollen Utopien, Sozialismus und Kommunismus, sind für viele verloren. Ist der Raum der Hoffnung also verschlossen? Nein, sagt Simon Sutterlütti. Mithilfe zweier neuer Theorieansätze möchte er diesen Raum wieder öffnen.

Simon Sutterlütti ist Soziologe, aktiv im Commons-Institut und bei der Gruppe 180grad

 

 


Mittwoch, 6. November

FreeLunchSociety

18.30 Uhr / Schwankhalle

Dokumentarfilm / Deutsche Fassung

Was würden Sie tun, wenn für Ihren Lebensunterhalt gesorgt wäre? Das Bedingungslose Grundeinkommen galt vor wenigen Jahren noch als Hirngespinst. Heute ist diese Utopie denkbarer denn je – intensiv diskutiert in allen politischen und wissenschaftlichen Lagern. Von Alaskas Ölfeldern über die kanadische Prärie, zu Washingtons Denkfabriken und zur namibischen Steppe nimmt uns der Film mit auf eine große Reise, und zeigt uns, was das führerlose Auto mit den Ideen eines deutschen Milliardärs und einer Schweizer Volksinitiative zu tun hat. Der Film vermittelt Hintergrundwissen zur Idee des Grundeinkommens und sucht nach Erklärungen, Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung.

 

Die Berufung

20.30 Uhr / Schwankhalle

Theaterstück

Gute Nachrichten will niemand hören. Und ein guter Mensch zu sein ist sowas wie ein Schimpfwort geworden. Es ist ein stigmatisierter Begriff. Aber wer sollte sich dem zuwenden, was uncool ist, wenn nicht wir? Wir wollen die Kämpfer_innen für Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten, die dieses Deutschland auch im Angebot hat, sichtbar machen. Wir brauchen den Mut für Utopien zurück. Wir müssen uns trauen, die Worte zurückzubekommen oder neue zu setzen. Wir holen uns den Begriff des Guten zurück.

Markus&Markus ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim.

 


Donnerstag, 7. November

Beyond Punishment

18.30 Uhr / Schwankhalle

Dokumentarfilm / Deutsche Fassung

“Freiheit ist das, was du aus dem machst, was dir angetan wurde.” Drei ganz unterschiedliche Länder und je ein Fall von tödlicher Gewalt. Drei Männer, die getötet haben, und drei Familien, die jemanden verloren haben. In der üblichen Vorstellung von Schuld und Strafe ergibt das drei, die bestraft werden, und drei, die vergessen sollen. Unvorstellbar, dass sich beide Seiten annähern. Der Film beobachtet dreimal das Unmög liche: Seinem Feind begegnen – in Gedanken, in Botschaften, im realen Leben. In Norwegen, in Deutschland und in den USA. Ein Film, der unsere Vorstellung von Schuld und Strafe in Frage stellt.

 

Sechs Tage im April

20.30 Uhr / Kukoon

Vortrag und Lesung mit Markus Liske

Nur sechs Tage lang währte die “Bairische Räterepublik”, die auch als “Dichterrepublik” in die Geschichte einging und deren wichtigstes Sprachrohr der Dichter Erich Mühsam war. Bis heute beflügeln diese sechs Tage sozialrevolutionäre Träume von einer gesellschaftlichen Alternative zu Parlamentarismus einerseits und Parteidiktatur andererseits. Doch wie genau sah Mühsams Vision aus, und woran scheiterte sie?

Markus Liske montiert und kommentiert Texte, Tagebuchauszüge und Briefe Erich Mühsams zu einer umfassenden Erzählung.

 


Freitag, 8. November

Deckname Jenny

19 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Spielfilm / Deutsche Fassung mit englischen Untertiteln

Rechtsruck in Europa. Ertrunkene Menschen im Mittelmeer. Der Staat kriminalisert Seenotrettung. Jennys Bande schaut nicht mehr zu. Und handelt. Doch als Jennys Vater deren militante Ambitionen herausfindet, muss er sich seiner eigenen Vergangenheit als Mitglied einer Stadtguerillagruppe stellen. Und nun wird es für alle Beteiligten eng. Eine Geschichte zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Resignation, Widerstand und Freundschaft.

Im Anschluss an den Film wird die Regisseurin Samira Fragen zum Film beantworten.

 


Samstag, 9. November

Klassenleben

17 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Dokumentarfilm / Deutsche Fassung mit englischen Untertiteln

In einer Klasse der Fläming-Grundschule in Berlin-Schöneberg befinden sich unter den elfjährigen Schülern auch vier behinderte, lernbehinderte bis schwerst mehrfach behinderte Kinder. Nach einem neuen Gesetz wird versucht, diese in den normalen Unterricht zu integrieren. Der im Jahr 2006 produzierte Film begleitet die Bemühungen von Lehrern, Eltern und Mitschülern. Auf Augenhöhe mit den Kindern nimmt der Regisseur Hubertus Siegert teil am Abenteuer eines Schulhalbjahrs. Erfolge und Konflikte, Spaß und Tränen, Witz und Mühsal, Rivalitäten und Freundschaften blitzen in den verschiedenen Geschichten auf, die zusammen das bewegende Bild eines vielschichtigen und spannenden, ganz eigenen Universums zeichnen: ein Klassenleben.

 

Die Kinder der Utopie

19 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Dokumentarfilm / Deutsche Fassung mit englischen Untertiteln

Im Film treffen sich sechs junge Erwachsene wieder. Vor zwölf Jahren wurden sie schon einmal dokumentiert – für den Film “Klassenleben”, den wir um 17 Uhr beim UTOPIA Filmfestival zeigen. Sie besuchten damals eine Berliner Grundschule, an der eine zu der Zeit noch außergewöhnliche Form des inklusiven Schulunterrichts stattfand: Kinder mit und ohne Behinderungen wurden gemeinsam unterrichtet. Auch Schwerstbehinderte waren Teil der Klassengemeinschaft.

 

 

Pride

21 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Spielfilm / Deutsche Fassung mit englischen Untertiteln

Auf diese Art der Unterstützung hätten die streikenden Minenarbeiter in Großbritannien 1984 eigentlich lieber verzichtet, doch seine Verbündeten kann man sich nicht immer aussuchen. Da die Schwulen- und Lesbenszene ebenso unter der reaktionären Politik Margaret Thatchers und der polizeilichen Willkür zu leiden hat, beschließt eine Londoner Aktivistengruppe, sich mit den Arbeitern zu solidarisieren und Spenden zu sammeln. Als sie das Geld schließlich persönlich in einem verschlafenen walisischen Dorf überbringen, prallen zwei Welten aufeinander. Doch die Gegensätze sind nicht so unüberbrückbar, wie es zunächst scheint. Es ist der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft mit bis heute historischen Folgen …

 


Sonntag, 10. November

Überraschungsfilm

18 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Dokumentarfilm / Deutsche Fassung

Fünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum dieses Dokumentarfilms. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert, verfolgt und bedroht, von ihrem ehemaligen Umfeld werden sie verstoßen und von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht. Dieser Film schildert, wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation der Frau bis heute bestimmen.

 

Espero tua (re)volta – Your turn

20 Uhr / Schwankhalle / Nach Filmbeginn, kein Einlass mehr!

Dokumentarfilm / Originalfassung mit deutschen Untertiteln

In den Chören Tausender hört man Parolen der Revolte. Die Polizei greift hart durch und antwortet mit Tränengas und Schlagstöcken. Die Erfahrungen, Leidenschaften und Ängste der brasilianischen Jugendlichen entwickeln eine alles umfassende, unmittelbare Dringlichkeit. 2015 begannen sie, Schulen zu besetzen und auf das Recht nach Bildung zu insistieren. Mittendrin, durch Rückgriff auf das Filmmaterial der Aktivist*innen, findet der Film eine Form für den radikalen demokratischen Aktivismus. Im Schatten eines kürzlich gewählten rechtsextremen Präsidenten verleiht Espero tua (re)volta einer vielstimmigen Bewegung Ausdruck und stellt die Frage, wer unter welchen Bedingungen Geschichte schreibt.

Themen 2019:

Dein Weg zu uns:

Schwankhalle

Adresse: Buntentorsteinweg 112/116, 28201 Bremen

Mit der Bahn: Linie 4 bis “Rotes-Kreuz-Krankenhaus”.

Die Schwankhalle ist barrierefrei.

Kukoon

Adresse: Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Mit der Bahn: Linie 4 bis “Schwankhalle”.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.